Sozialrecht

Das Sozialrecht dient der Verwirklichung des durch das Grundgesetz verbürgten Sozialstaatsgedankens. Sozialrechtliche Regelungen zählen überwiegend zum Öffentlichen Recht. Die Tätigkeiten der Sozialverwaltung eröffnen im Streitfall häufig den Weg vor die Sozialgerichte. Vor die Sozialgerichte gehören öffentlich-rechtliche Streitigkeiten etwa in Angelegenheiten der gesetzlichen Krankenversicherung, der gesetzlichen Pflegeversicherung, der gesetzlichen Unfallversicherung und der gesetzlichen Rentenversicherung, der Arbeitsförderung und Grundsicherung für Arbeitsuchende, sowie das soziale Entschädigungsrecht und die Sozialhilfe. Darüber hinaus sind noch eine Reihe weiterer Bereiche dem Sozialrechtsweg gesetzlich zugeordnet.
Es gibt jedoch auch eine Anzahl sozialrechtlicher Materien, die im Streitfalle - häufig nach einem Vorverfahren, bestehend aus Widerspruch und Widerspruchsbescheid - nicht vor den Sozialgerichten, sondern vor den Verwaltungsgerichten auszutragen sind. Als Beispiele seien hier BAFöG und Kinder- und Jugenhilfe genannt.
Sozialrecht ist eine vielfältige Materie, deren Kern überwiegend in den Sozialgesetzbüchern 1 - 12 geregelt ist. Flankiert werden diese Kernregelungen neben weiteren speziellen Gesetzen von einer Vielzahl von konkretisierenden Verordnungen. Auf Grund des sehr weiten Beurteilungsspielraums des Gesetzgebers kommt es zu häufigen Rechtsänderungen im Sozialrecht, manchmal zu völligen Umstellungen.